Gemeinsames Lernen an der Élise Freinet Gesamtschule
Weil jedes Kind wichtig ist.
Gemeinsam - Wirken - Lernen
1. Unser gemeinsames Fundament
Gemeinsames Lernen verstehen wir an der Élise Freinet Gesamtschule als gelebte Demokratie und Ausdruck unseres Leitbildes: "Demokratie – Unser Fundament für Bildung". Es bedeutet für uns, dass alle Kinder, unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen, Begabungen oder Herausforderungen, gemeinsam lernen, wachsen und Verantwortung übernehmen. Wir begreifen Vielfalt nicht als Aufgabe, sondern als Ressource, die unser Schulleben bereichert und Lernen im Sinne der Freinet-Pädagogik lebendig macht.
In der Tradition von Élise und Célestin Freinet steht für uns fest: Kinder sind aktive Gestalter ihres Lernens. Sie brauchen Freiräume, um Erfahrungen zu machen, und eine Umgebung, die sie in ihrer Kreativität, Eigenverantwortung und Ausdrucksfähigkeit unterstützt. Unser Ziel ist es, Schule als demokratischen Erfahrungsraum zu gestalten, in dem Kooperation vor Konkurrenz steht und Lernen von- und miteinander gelingt.
2. Unser Verständnis von Inklusion
Inklusion ist für uns mehr als ein organisatorisches Konzept – sie ist eine Haltung. Wir verstehen sie als selbstverständlichen Bestandteil unseres Schullebens, der in Unterricht, Ganztag und Schulkultur gleichermaßen sichtbar wird. Dabei orientieren wir uns an den Leitlinien der Bezirksregierung Düsseldorf (Manual Inklusion – Gemeinsames Lernen, 2023) und den landesrechtlichen Grundlagen (AO-SF, SchulG NRW).
Wir arbeiten zieldifferent und zielgleich – je nach Förderschwerpunkt und individueller Lernausgangslage. Unsere Förderschullehrkräfte begleiten die Schülerinnen und Schüler nicht isoliert, sondern als Teil eines multiprofessionellen Teams. Sie sind Mitgestaltende von Unterricht und Schulentwicklung. Grundlage unserer Arbeit sind individuelle Lern- und Entwicklungspläne, die in regelmäßigen Teamrunden fortgeschrieben werden und im Sinne des Roten Fadens Inklusion kontinuierlich dokumentiert werden.
3. Teamarbeit als Schlüssel
Gemeinsames Lernen gelingt nur gemeinsam. Deshalb verstehen wir Teamarbeit als tragende Säule unserer Schule. In multiprofessionellen Teams – bestehend aus Fach- und Förderschullehrkräften, Sozialpädagoginnen und Schulbegleitungen – reflektieren wir Lernprozesse, planen Unterricht und gestalten Förderangebote.
Wir schaffen verbindliche Kommunikationsstrukturen: regelmäßige Teamzeiten, transparente Absprachen und gemeinsame Verantwortung für Diagnostik, Förderplanung und Elternarbeit. Grundlage ist eine Haltung gegenseitiger Wertschätzung und Offenheit. So entsteht ein gemeinsames Verständnis für die Bedürfnisse unserer Schülerinnen und Schüler.
Handlungsoptionen:
- Einrichtung einer Fachkonferenz Gemeinsames Lernen zur Schulentwicklung und Qualitätssicherung
- Feste Teamzeiten in der Stundenplanung verankern
- Aufbau eines schulinternen Fortbildungskonzepts zu inklusiver Didaktik und Classroom Management
- Nutzung des digitalen Tools Roter Faden Inklusion zur einheitlichen Dokumentation
4. Unterricht: Lernen mit Kopf, Herz und Hand
Wir orientieren uns an den Deeper Learning-Bausteinen und den Prinzipien der Freinet-Pädagogik: selbstbestimmtes Lernen, kreative Ausdrucksformen und authentische Leistungsdarstellungen. Im großen Lernatelier, unseren offenen Lernlandschaften, arbeiten Kinder individuell und kooperativ. Dabei greifen wir die Interessen der Lernenden auf und verknüpfen sie mit den Kompetenzzielen der Fächer.
Handlungsoptionen:
- Lernmodule (LeMos) zur individuellen Förderung und Forderung nutzen
- Differenzierte Aufgabenstellungen und Leistungsbewertung (zieldifferent/zielgleich)
- Authentische Lernprodukte präsentieren (Ausstellungen, Schülerzeitung, Podcast, Theater)
- Nutzung digitaler Tools für Diagnostik, Feedback und Lernreflexion
5. Förderung und Diagnostik
Individuelle Förderung bedeutet, Lernwege sichtbar zu machen und gezielt zu unterstützen. Wir führen regelmäßige Lernstandsanalysen durch, führen Check-Ins mit den Kindern und dokumentieren Fortschritte transparent. Förderziele werden SMART formuliert – spezifisch, messbar, akzeptiert, realistisch und terminiert.
Handlungsoptionen:
- Jährliche Überprüfung gemäß AO-SF §17 systematisch einplanen
- Nutzung standardisierter Verfahren und Beobachtungsbögen zur Lernstandsdiagnostik
- Kollegiale Fallberatung zur gemeinsamen Reflexion schwieriger Lern- oder Verhaltenssituationen
6. Schulkultur: Vielfalt als gelebte Gemeinschaft
Inklusion endet nicht an der Klassentür. Unsere Schule ist ein Ort der Begegnung, an dem kulturelle, soziale und sprachliche Vielfalt sichtbar und wertgeschätzt wird. Projekte wie Lions Quest, der Klassenrat, unser Schulradio oder die Kooperation mit dem Jugendzentrum WestEnd stärken die soziale und emotionale Entwicklung.
Handlungsoptionen:
- Einrichtung eines Schüler*innen-Parlaments zur Mitbestimmung
- Jährlicher Thementag Schule der Vielfalt
- Paten- und Mentorensystem für neue Schülerinnen und Schüler
7. Unser Ausblick
Gemeinsames Lernen ist ein lebendiger Prozess. Als Schulentwicklungsgruppe verstehen wir uns als Impulsgeberinnen und Begleiterinnen auf diesem Weg. Wir wollen mit dem gesamten Kollegium eine Schulkultur gestalten, in der jedes Kind seinen Platz findet – mit Herz, Kopf und Hand.
Oder, um es mit Élise Freinet zu sagen:
"Ein Kind ist kein Gefäß, das gefüllt, sondern ein Feuer, das entzündet werden will."
François Rabelais